Hass-Mails richten sich auch an die Familie

Veröffentlicht am 15.12.2015 in Integration

Unterbezirksvorsitzender Marc Jaziorski: Politik muss klare Kante zeigen

Der WDR hat berichtet, dass mittlerweile auch im Münsterland viele Flüchtlingseinrichtungen Ziele von Anschlägen wurden. Zuletzt gab es sogar Steinwürfe in Borken.

Die Bedrohung macht aber nicht allein vor den Flüchtlingen halt. Mittlerweile werden die Helfer und Menschen, die sich für Menschen einsetzen, massiv bedroht. Betroffen nahmen die Mitglieder des SPD-Unterbezirksvorstandes den Bericht vom SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Purwin zur Kenntnis, der von Beleidigungen und Bedrohungen zu berichten wusste. "Die Drohungen und Beleidigungen betreffen nicht nur mich", so Thomas Purwin, "sondern beziehen auch meine Familie mit ein. "Das macht mich wütend und unsicher, bestärkt mich aber auch gleichzeitig darin, mich weiterhin für meine Stadt und die Menschen, die dort leben, einzusetzen. Bocholt ist lebens- und liebenswert."

In allererster Linie richten sich die Hass-Mails gegen den Bürgermeister Peter Nebelo und den Kämmerer der Stadt Bocholt Ludger Triphaus. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Marc Jaziorski findet es deshalb auch richtig, dass der Bürgermeister der Stadt Bocholt Peter Nebelo Strafanzeige gestellt hat. "Politik muss Kritik aushalten können", kommentiert Marc Jaziorski die Situation, "aber Politiker dürfen sich nicht beleidigen und schon gar nicht bedrohen lassen. Das geht eindeutig zu weit!"

Politik müsse hier eine klare Kante zeigen, waren sich die Mitglieder des SPD-Unterbezirksvorstandes einig. "Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker engagieren sich ehrenamtlich für ihre Stadt und die dort lebenden Menschen. Sie opfern ihre Freizeit und bringen häufig noch eigenes Geld mit. Diese Leistung verdient Respekt. Wer kritisieren will, kann das gerne mit offenen Visier tun. Steine werfen und bedrohen, gehört aber nicht dazu", so die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte.

Bernd-Josef Beckmann aus Rhede sprach sich in diesem Zusammenhang für ein noch stärkeres Engagement aus. "Gerade in der heutigen Zeit müssen wir die Bürgerinnen und Bürger überzeugen und sie mitnehmen. Es darf nicht zu Politik- und Parteienverdrossenheit kommen. Wir haben eine ‚wehrhafte Demokratie'. Die funktioniert aber nur, wenn sich Menschen auch einbringen und sie schützen."

 
 

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